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Urologie

Die Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

Vasektomie bezeichnet die Sterilisation des Mannes. Bei diesem Eingriff werden die Samenleiter durchtrennt. Die Funktion der Hoden (Hormonproduktion) bleibt erhalten. Sich dort bildende Samenzellen werden vom Körper resorbiert. Auch die Fähigkeit zur Erektion und Ejakulation bleibt erhalten. Das Ejakulat enthält aber keine Samenzellen, eine weitere Vaterschaft ist damit beinahe gänzlich ausgeschlossen. Die Operation wird ambulant durchgeführt, sie erfolgt entweder unter örtlicher Betäubung oder unter einer kurzen Vollnarkose. Mit zwei kleinen Schnitten am Hodensack werden die Samenleiter freigelegt, jeweils ein Stück des Samenleiters von ca. 1,5 - 3 cm, aus der Mitte entfernt und die Schnittstellen unterbunden oder verödet. In sehr seltenen Fällen ( < 0,01 % ) kann es auch unter technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffs durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie mehrere Ejakulatproben abgegeben werden, um den kompletten Verschluss nachzuweisen.

Eine Rückoperation kann durchgeführt werden, wobei die Durchgängigkeitsrate bei ca. 70 % und die Schwangerschaftsrate bei ca. 20 % liegt. Der Erfolg hängt auch stark von der Zeit zwischen Vasektomie und Rückoperation ab. Eine Rückoperation sollte innerhalb der ersten 3-4 Jahre nach der Vasektomie durchgeführt werden, weil danach die Wahrscheinlichkeit einer erneuter Fruchtbarkeit gering ist.

Obwohl die Sterilisation des Mannes eine der sichersten Methoden zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft ist, entschließen sich nach wie vor nur relativ wenige Männer zu diesem Eingriff. Die Vasektomie kann in der Regel vom Chirurgen oder vom Urologen ambulant durchgeführt werden. Schädliche Nebenwirkungen sind äußerst selten. Eine Wiederherstellungs-Operation ist möglich, gestaltet sich aber sehr schwierig.

Durch die Sterilisation des Mannes (Vasektomie) kommt es zu einer endgültigen Unfruchtbarkeit. Deshalb sollte der Entschluss zur Vasektomie nur dann getroffen werden, wenn neben der abgeschlossenen Familienplanung alle möglichen Änderungen der persönlichen Verhältnisse wie Scheidung, Todesfall, Wiederverheiratung, späterer möglicher Kinderwunsch bei den Überlegungen Berücksichtigung gefunden haben. Neben der abgeschlossenen Familienplanung können Erbkrankheiten, die gesundheitliche Gefährdung der Mutter bei einer erneuten Schwangerschaft oder eine untragbare wirtschaftliche Belastung durch die Geburt eines weiteren Kindes eine Rolle spielen. Der zur Vasektomie entschlossene Patient muss sich darüber im Klaren sein, dass die Operation zwar rückgängig gemacht werden kann, aber nur in seltenen Fällen zu einer erneuten Zeugungsfähigkeit führt.

Schematische Darstellung der Vasektomie

Was passiert bei der Vasektomie?

Die Vasektomie, die ambulant in der Praxis des Chirurgen oder Urologen durchgeführt werden kann, wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt, kann aber auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Wird sie fachgerecht durchgeführt, treten während des Eingriffs keine Schmerzen auf. Der Operateur öffnet die Haut über dem Samenleiter auf beiden Seiten mit einem kleinen Schnitt und entnimmt aus dem rechten und linken Samenleiter Teilstücke von etwa 1,5 cm Länge. Anschließend biegt er die Enden der Samenleiter um und verschliesst sie mit einer Naht. Der Samentransport ist danach für immer unterbrochen (s. Abb. 1). Die entnommenen Teilstücke werden vom Pathologen anschließend feingeweblich (mirkroskopisch) untersucht um sicherzugehen, dass es sich um Samenleiterstücke handelt.

Verhütung - wie sicher ist die Vasektomie?

Die Vasektomie ist eine der sichersten Verhütungsmethoden. Der Pearl Index beträgt bei diesem Eingriff 0,1.

Ab wann besteht Unfruchtbarkeit?

Nach der Vasektomie können noch mehrere Monate lang befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden sein. Deshalb ist noch eine zusätzliche Verhütung erforderlich. Erst wenn bei Kontrolluntersuchungen keine befruchtungsfähigen Spermien mehr nachgewiesen werden, kann von einer zusätzlichen Verhütung abgesehen werden.

Wo verbleibt das weiter produzierte Sperma?

Auch nach der Sterilisation werden weiter männliche Samenzellen im Keimgewebe des Hodens gebildet. Da die Samenfäden durch die Durchtrennung und Unterbindung der Samenleiter nicht mehr nach außen gelangen können, werden sie vom Körper abgebaut. Die oft geäußerte Vorstellung eines schmerzhaften Spermienstaus entspricht nicht der Wirklichkeit.

Was passiert mit der Potenz?

Der Hormonhaushalt des Mannes wird durch den Eingriff nicht gestört. Die Vasektomie hat keine Auswirkungen auf die Versteifung des männlichen Gliedes (Erektionsfähigkeit) und auf den Samenerguss (Ejakulation). Die Samenflüssigkeit ohne Samenfäden (Spermien) unterscheidet sich weder im Aussehen noch in der Menge von der Samenflüssigkeit mit Spermien. Bei vielen Männern kommt es nach der Sterilisation zu erhöhter sexueller Lust, weil der Gedanke an eine ungewollte Schwangerschaft nicht mehr im Vordergrund steht.

Kann die Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Es besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellungs-Operation. Jedoch ist diese mit einigem Aufwand verbunden. Beide Samenleiterenden werden unter dem Operationsmikroskop wieder zusammengenäht. In den meisten Fällen kann eine Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht werden, allerdings führt der Eingriff nur in den seltensten Fällen zu erneuter Zeugungsfähigkeit. Ein Grund hierfür kann die Bildung von Antikörpern gegen die körpereigenen Spermien sein, auch eine Verklebung der Samenleiterenden ist möglich.

Beeinträchtigende Folgen der Vasektomie?

Während der Operation treten normalerweise unter örtlicher Betäubung keine Schmerzen auf. Unmittelbare Folgen des operativen Eingriffs können das Auftreten von dumpfen erträglichen Schmerzen im Hodensack für 2 - 3 Tage sein, aber auch eine völlige Beschwerdefreiheit ist möglich. Da es sich bei der Vasektomie um einen chirurgischen Eingriff handelt, kann es in seltenen Fällen zu einer Nachblutung oder Wundheilungsstörung kommen. Eine erneute Fruchtbarkeit kann eintreten, wenn die Samenleiterenden wieder zusammenwachsen oder wenn bei einer anlagebedingten Fehlbildung Samenleiter mehrfach vorhanden sind. Das seelische Gleichgewicht ist bei manchen Patienten nach der Sterilisation gestört, sie fühlen sich als Männer nicht mehr vollwertig. Darunter leidet ihre sexuelle Kraft. Daher ist eine gute Aufklärung und die freie Entscheidung zu diesem Eingriff bei den Patienten von entscheidender Bedeutung.

Wo finde ich Beratung?

Der Chirurg oder der Urologe informiert Sie eingehend über das Für und Wider der Vasektomie, er erklärt die Vorgehensweise und weist Sie auf Verhaltensmaßnahmen und mögliche Schwierigkeiten während und nach dem Eingriff hin. Auch bei Pro Familia erhalten Sie Hinweise und Informationen.

Welche Vorbereitungen muss ich treffen?

In der Regel wird der Eingriff ambulant durchgeführt. Nur wenn eine Vollnarkose geplant ist, darf 6 Stunden vorher nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden. Eine Rasur der Schambehaarung kann bei ambulantem Eingriff am Tag vorher selbst vorgenommen werden und ist nur teilweise erforderlich.

Wie stark werden die Schmerzen sein?

Durch die lokale Betäubung, die mit sehr dünnen Nadeln durchgeführt wird, ist der Eingriff normalerweise schmerzfrei. Durch die sehr kleinen Schnitte am Hodensack, die nur 1 bis 2 cm groß sind, ist der Schmerz nach abklingender Betäubung in der Regel nicht sehr groß.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Wie nach jedem Eingriff ist auch bei der Vasektomie für 1 bis 2 Tage Schonung anzuraten. Für diese Zeit wird normalerweise eine Krankschreibung erfolgen. Da der Eingriff in der Regel nicht aus medizinischen Gründen erfolgt, ist die Arbeitsunfähigkeit nicht mit einer gesetzlichen Bescheinigung (Gelber Schein) geregelt, sondern z. B. mit Urlaubstagen zu regeln. Der Operationsbereich sollte regelmäßig gesäubert werden, um eine ungestörte Wundheilung zu ermöglichen. Die Fäden sind selbstauflösend und müssen nicht entfernt werden. Nach etwa sechs bis acht Wochen wird eine erste Kontrolluntersuchung (Spermatogramm) beim Urologen erfolgen, um festzustellen, ob sich noch Samenzellen in der Samenflüssigkeit befinden.

Empfinde ich nach der Vasektomie weiter Lust?

Da nur die Samenleiter durchtrennt werden, bleibt auch der Sexualhormonhaushalt unverändert. Somit ist ein erfülltes Liebesleben weiterhin möglich.

Wer trägt die Kosten für die Sterilisation?

Im Zuge der Gesundheitsreform 2004 ist die Leistung der Sterilisation aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen worden. Diese Leistungen gehören in erster Linie zur persönlichen Lebensplanung der Versicherten. Nur falls eine Sterilisation aus Krankheitsgründen erforderlich ist, wird diese erstattet. Die Sterilisation war und ist auch bei Privatpatienten nicht Gegenstand des Versicherungsschutzes.

Hydrocele

Die Hydrocele des Hodens, auch Wasserbruch genannt, ist eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung zwischen den Hodenhüllen im Hodensack. Diese Flüssigkeitsansammlung kann verschiedene Ursachen haben.

Während der Embryonalentwicklung werden die Hoden unterhalb der Niere angelegt. Sie wandern kurz vor oder nach der Geburt durch die Leistenkanäle in den Hodensack. Aus einer Bauchfellfalte bilden sich die inneren Hodenhüllen, die den Hoden umgeben. Sie bilden eine Verschiebeschicht, die normalerweise mit einer geringen Flüssigkeitsmenge gefüllt ist und während des gesamten Lebens bestehen bleibt. Eine ungewöhnlich große Flüssigkeitsmenge in den inneren Hodenhüllen nennt man Hydrocele.

Bei Säuglingen bilden sich diese Befunde oft in den ersten Lebensmonaten vollständig zurück. Bleibt der Befund über das erste Lebensjahr hinaus bestehen, wird man die offene Verbindung in Richtung Bauchfell operativ verschließen. Dazu muss ein Schnitt in der Leiste gemacht, die offene Bauchfellspalte freigelegt und in Richtung Bauchfell verschlossen werden.

Entsteht bei Erwachsenen eine Hydrocele, ist die Bauchfellfalte im Bereich der Leiste zwar verschlossen, es gibt jedoch ein Missverhältnis zwischen der Bildung der -normalerweise geringen- Menge an Flüssigkeit zwischen den Hodenhüllen und deren Wiederaufnahme. Die Hydrocele kann ohne erkennbaren Grund entstehen oder als Folge einer weiteren Erkrankung des Hodens auftreten, z.B. bei Entzündungen, Tumoren oder Hodenverdrehungen.

Die Hydrozele eines Erwachsenen kann vom Hodensack aus operiert werden. Hierbei werden die Hodenhüllen eröffnet, um die Flüssigkeit zu entfernen. Dann werden die Hodenhüllen nach hinten umgeschlagen und entfernt oder gerafft. Die Entfernung der Hodenhüllen bringt keinen Nachteil mit sich.

Das Risiko bei der Operation besteht hauptsächlich in einer möglichen Blutung oder Schwellung, vor allem, wenn Entzündungen oder Punktionen vorausgegangenen sind. Selten kommt es zum erneuten Auftreten von Hydrozelen. Zu Hause sollte man sich schonen und den Hoden noch einige Tage hoch lagern, um Schwellungen zu vermeiden.

Wenn man Hydrozelen nur punktiert, also hineinsticht, damit die Flüssigkeit abfließen kann, bilden sie sich meist sehr schnell erneut. Von Sklerosierungen (Einbringen von Substanzen zur Verödung) im Rahmen von Punktionen wird abgeraten, da die Hodenhüllen verschwielen. Bei jedem erneuten Auftreten (Rezidiv) gestaltet sich die Operation schwieriger. Bei jeder Punktion besteht außerdem eine Infektionsgefahr.

Liegt eine Begleithydrozele, also ein Wasserbruch des Hodens im Rahmen einer anderen Erkrankung vor, sollte zunächst die Grundkrankheit behandelt werden.

© 2015 | Dr. med. Joachim Schier + Arndt Lehnen

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