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Chirurgie - Unfallchirurgie - Orthopädie, Praxisklinik für ambulante Operationen Telefon: 02166 . 4 70 26
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Knorpelchirurgie

Knorpelchirurgie einschl. Knorpelzelltransplantation

Operationsmöglichkeiten

  • Mikrofrakturierung
  • OATS
  • mACT und Sphäroide
  • Knorpelzelltransplantation

Was leistet die Operationstechnik?

kleiner und begrenzte Knorpelschäden an Knie, Hüft  und Sprunggelenk bei  unbedingt  noch guter Knorpelsubstanz der angrenzenden Knorpelflächen. Ein Arthroseknie (Verschleiß) ist zumeist nicht mehr für ein solches Verfahren zugänglich.

Detaillierte Informationen

Für die Entstehung von Knorpelschäden gibt es unterschiedliche Ursachen. Neben belastungs- und verschleißbedingten Ursachen, die im weitesten Sinne unter dem Oberbegriff Arthrose zusammengefasst werden können, gibt es auch immer häufiger isolierte Knorpelschäden, von denen häufig gerade auch jüngere aktive Patienten z.B. nach einer Verletzung betroffen sind.

Hier kommt eine „klassische“ Prothesenversorgung wie beim durch Arthrose funktionsunfähig gewordenen Gelenk nicht in Frage. In diesen Fällen werden seit Jahren erfolgreich unterschiedliche knorpelwiederherstellende Verfahren angewandt, die sich je nach Lage und Ausmaß des bestehenden Knorpelschadens unterscheiden.

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine Knorpelrekonstruktion kann notwendig werden, wenn an Knie oder Sprunggelenk ein schmerzhafter isolierter und tiefgreifender Knorpelschaden vorliegt der bis an den Knochen heranreicht (Grad 3-4 Schädigung) und dabei das übrige Gelenk noch intakt ist. Geringere Schäden können dagegen meist konservativ etwa durch Injektionen von Hyaluronsäure, Gewichtsreduktion, Einlagenversorgung und anderen Maßnahmen behandelt werden.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Mikrofrakturierung (kleinere Knorpelschäden):
Bei kleineren Knorpelschäden, die im Rahmen einer Arthroskopie auffallen wird im gleichen Eingriff ohne das Knie zu eröffnen der geschädigte Knorpel entfernt und der darunter liegende Knochen mit speziellen Ahlen eröffnet. In den sich bildenden Blutkuchen können dann Stammzellen einwandern und sich zu einem knorpelähnlichen Narbengewebe umwandeln, das den Defekt abdeckt.

OATS (kleinere tiefe Knorpeldefekte):
Knorpelschäden bis ca. 10mm Durchmesser können mit einem Knorpelknochentransfer behandelt werden. Mit einer Rundstanze Stanze wird aus einem unbelasteten Bereich des gleichen Gelenkes ein Knochenzylinder mit intaktem Knorpel ausgestanzt und in die Stelle mit dem Knorpelschaden verpflanzt. In der Entnahmestelle bildet sich entweder Narbengewebe oder sie wird mit dem Stanzzylinder aus der Empfängerstelle verschlossen.

mACT (große und tiefe Knorpelschäden):
Bei der sogenannten matrixbasierten Autologen Chondrozyten Transplantation (mACT) wird in einem ersten arthroskopischen Eingriff aus einem nicht tragenden Gelenkanteil ein winziges Stück gesunden Knorpels entnommen. Dieses wird dann in einem Speziallabor aufbereitet, die Knorpelzellen vermehrt und in eine Kollagenmatrix eingepflanzt. In einem zweiten operativen Eingriff wird dieses Knorpelersatzgewebe dann in das Gelenk zurück verpflanzt. Diese aufwändige Technik ist im Gegensatz zu den beiden ersten Verfahren auch für die Rekonstruktion größerer Knorpelschäden geeignet.

Sphäroide:
Eine weitere Variante ist die Implantation von Sphäroiden. Hierbei wird genau wie bei dem mACT Verfahren wenig gesunder Knorpel entnommen und in einem Labor aufbereitet und vermehrt. Die Implantation erfolgt jedoch nicht auf einer Matrix sondern mit sog. Sphäroiden. Die Zellen liegen dabei als Zellkonglomerate vor und können so tropfenförmig in den Knorpeldefekt eingebracht werden. Diese Operation kann zumeist rein arthroskopisch (minimalinvasiv) durchgeführt werden.

Alle genannten Verfahren müssen vornehmlich bei Schäden an der Innenseite des Kniegelenkes gegebenenfalls noch mit einer Umstellungsoperation kombiniert werden um eine dauerhafte Entlastung des Gelenkanteils zu gewährleisten.

Wie lange ist der Krankenhausaufenthalt?

Das Microfrakturierungsverfahren kann in unserer Praxis ambulant durchgeführt werden, die (m)ACT-, Sphäroid- und OATS- Verfahren sind nur stationär durchführbar, wozu wir sie in unser Kooperationskrankenhaus mitnehmen, wo sie dann durch uns operiert und betreut werden. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2-3 Tage. Selten, wenn beispielsweise starke Schwellungen auftreten ist ein längerer stationärer Aufenthalt notwendig.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Nachbehandlung bei Knorpelschäden

Alle Patienten erhalten in unterschiedlicher Intensität und Menge Physiotherapie. Bei Knorpelschäden, die nur gesäubert und geglättet wurden, wird keine Entlastung durchgeführt, bei Mikrofrakturierung ist eine Entlastung für 4 - 8 Wochen, je nach operiertem Gelenkareal, notwendig.

Bei Knorpeltransplantationen ist eine 6 bis 8-wöchige Teilbelastung erforderlich. Gedämpftes Schuhwerk sollte über 4 bis 6 Monate getragen werden. Speziell beim Knorpeltransfer ist eine passive Bewegungstherapie mit einer Motorschiene (CPM) für 4 bis 6 Stunden täglich wichtig.

Im Anschluss an den operativen Eingriff ist je nach Lage und Größe des Defektes eine bis zu 6-wöchige Teilbelastung notwendig, um das Einheilen der verpflanzten Zellen zu ermöglichen. Es ist aber eine intensive krankengymnastische Übungsbehandlung notwendig und bei Knieeingriffen wird eine Motorschiene (CPM) verordnet, mit der der Patient täglich selbständig zu Hause üben soll. Eine Vollbelastung des Gelenkes kann nach ca. drei Monaten erfolgen.

Auf Lauf-, Sprung- und Kampfsportarten sollte mindestens für ein Jahr verzichtet werden.

Arbeits-/ Sportfähigkeit

Bei leichten Knorpelschäden kann eine Wiederaufnahme der Arbeit  in 2 - 4 Wochen möglich sein. Die Wiedererlangung der Sportfähigkeit nach 6 - 10 Wochen muss jedoch auf die Sportart abgestimmt werden. Nach einer Mikrofrakturierung tritt Arbeitsfähigkeit nach 4 - 6 Wochen und Sportfähigkeit nach 12 Wochen ein. Nach Knorpelanzüchtung/-transplantation (ACT, Sphäroide) werden 6 - 12 Monate dazu benötigt.

Quelle: Praxisklinik Orthopädie Chirurgie München West

© 2015 | Dr. med. Joachim Schier + Arndt Lehnen

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