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Chirurgie - Unfallchirurgie - Orthopädie, Praxisklinik für ambulante Operationen Telefon: 02166 . 4 70 26
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Hernienchirurgie

Hernienreparatur nach Shouldice

Hier wird das Prinzip des Bruchlückenverschlusses mit körpereigenem Gewebe verfolgt. Über Jahrzehnte die häufigste Operation überhaupt, ausgehend von der Shouldice-Klinik in Kanada. Mit zwei fortlaufenden Nähten wird in insgesamt vier Nahtreihen die Hinterwand des Leistenkanals gedoppelt und plastisch verstärkt. Die Ergebnisse sind abhängig von der Größe der Bruchlücke. Bei kleinen Defekten unter 3 cm sind die Ergebnisse mit Rezidivraten von ca. 1,4 % hervorragend. Größere Defekte weisen Rezidivraten von 3,5 - 5 % auf.

Reparatur nach Lichtenstein

Die offene Hernienreparation nach Lichtenstein war weltweit das am häufigsten angewandte Verfahren der letzten Jahre. Die Bruchlücke wird im Rahmen einer onlay -Plastik mit einem Kunststoffnetz bedeckt und dadurch verschlossen. Der Eingriff kann mit einem Verschluss der Bruchlücke durch Naht kombiniert werden. Die Ergebnisse sind mit Rezidivraten zwischen 2,5% und 5 % hervorragend.

Reparation nach Stoppa

Die Methode nach Stoppa ist der Vorläufer sämtlicher Hernienoperationen, bei denen ein Kunststoffnetz in den Raum zwischen Bauchfell und muskulärer Bauchwand platziert wird, um den Leistenbruch abzudecken. Die Methode ist geeignet für beidseitige Leistenbrüche und wird offen durchgeführt. Abgeleitet hiervon ist die endoskopische Technik TEP (s.u.).

Narkoseverfahren / Betäubungsverfahren

Alle bis hierhin aufgeführten Operationsverfahren lassen sich in allgemeiner (Vollnarkose) oder in örtliche Betäubung durchführen. Dies wird nach medizinischen Gesichtspunkten, Komfortüberlegungen und Wunsch des Patienten entschieden. Nur die kindlichen Operationsverfahren müssen immer in allgemeiner Betäubung (Vollnarkose) durchgeführt werden.

Narbenbruch

Da hier von einer gestörten Narbenbildung ausgegangen werden muss, ist die alleinige Versorgung des Defektes mit körpereigenem Gewebe nicht erfolgversprechend. Vielmehr kann eine langfristige Stabilität nur erreicht werden, wenn die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt wird. Um einen hohen Schutz vor einem Rückfall-Bruch zu erreichen, muss das Netz die alte Narbe in alle Richtungen um mindestens 5 cm überlappen. Daher sind diese Operationen nur in Vollnarkose oder rückenmarksnaher Narkose durchführbar.

Verschluss mit PerFix-Plug nach Rutkow

Die offene Hernienreparation mit dem PerFix-Plug wurde Anfang der achtziger Jahre durch I. Rutkow aus New Jersey eingeführt und ist inzwischen zur häufigsten Operation in den U.S.A. geworden. Hier wird in sublay-Technik eine Neztplombe (Plug) in Form eines Schirms unter die eigentliche Bruchlücke eingebracht und anschließend in onlay-Technik ein weiteres flaches Netz in die Leistenkanalhinterwand eingelegt. Die Ergebnisse dieses Verfahrens sind mit Rezidivraten unter 5 % hervorragend.

Laparoskopische Operation TAPP

Bei der laparoskopischen Hernienoperation ist die Implantation eines Kunststoffnetzes notwendig. Durch eine Bauchhöhlenspiegelung wird die Bruchlücke vor dem Bauchfell aufgesucht, das Bauchfell gefenstert und die Lücke der Bauchwand mit einem Netz verschlossen. Prinzipiell ist auch eine beidseitige Operation in einer Sitzung möglich. Diese Operation eignet sich besonders für Schenkelbrüche und ist nur in Vollnarkose durchführbar.

TEP

Bei dieser ebenfalls video-endoskopisch gesteuerten Operation wird der Defekt in der Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verschlossen, ohne die Bauchhöhle zu eröffnen. Das Operationsgebiet liegt hierbei zwischen Bauchfell und Muskulatur der Bauchwand. Die Technik eignet sich bei beidseitigen Leistenbrüchen und mehrfach an Leistenbrüchen voroperierten Patienten. Auch diese Operation ist nur in Vollnarkose möglich.

Nabelbruch, epigastrischer Bruch

Es handelt sich um einen Eingriff, bei dem eine Bruchlücke am Nabel oder in der Bauchmittellinie verschlossen wird. Manchmal sind hier schon über Jahre kleiner Anteile des Bauchfells in der Bruchlücke fest eingewachsen. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter 3 cm durch Nähte verschlossen. Liegt ein größerer Defekt vor, sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt werden, um das Risiko eines Rezidivs zu senken.

Methode nach Zimmermann

Liegt eine kleine laterale Bruchlücke vor, muss die Hinterwand des Leistenkanals nicht vollständig rekonstruiert werden. Häufig reicht eine Verstärkung mit körpereigenem Gewebe lediglich im Bereich des defekten Areals. Dies ist besonders häufig bei jungen Männern der Fall.

Schenkelbruch

Der Defekt kann über einen Zugang oberhalb oder unterhalb des Leistenbandes verschlossen werden. Normalerweise ist eine Operation mit körpereigenem Gewebe ausreichend. In Einzelfällen kann auch hier die Verstärkung der Bauchdecke mit künstlichem Material notwendig sein. Hier kann dann auch laparoskopisch, d.h. über eine Bauchhöhlenspiegelung vorgegangen werden.

Versorgung der kindlichen Leistenhernie

Da hier kein Defekt der muskulären Bauchdecke vorliegt, sind hier die alleinige Beseitigung der Bauchfellausstülpung und der erneute Bauchfellverschluss ausreichend. Daher ist dieser Eingriff auch schnell und unproblematisch durchzuführen und sollte ambulant durchgeführt werden.

Risiken und unerwünschte Folgen der Leistenbruchoperation

Komplikationen sind bei Leistenbruchoperationen selten: Wiederholungsbruch: unter 5%; dauerhafte Nervenstörungen: unter 2%; Wundinfekte: unter 1%; Hodenschädigung: unter 1%; Thrombose und Embolie: unter 1%; Medikamentennebenwirkung und allergische Reaktionen: unter 1%; Blasenentleerungsstörungen bei örtlicher Betäubung 0,1%.

Quelle: Dr. M. Schweins, Köln

© 2015 | Dr. med. Joachim Schier + Arndt Lehnen

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